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Palermo ist die Hauptstadt der italienischen Region Sizilien und die Hauptstadt der Provinz Palermo.
Lage und Daten
Palermo ist mit rund 673.446 Einwohnern im Stadtgebiet (Okt. 2005) und ungefähr einer Million Einwohnern als Agglomeration – die größte Stadt Siziliens.
Die Stadt liegt an einer Bucht an der Nordküste der Insel. Die Ebene zwischen den Bergen, die Palermo umgeben, und dem Meer wird italienisch Conca d'oro (Goldene Muschel) genannt, wohl wegen der Orangenhaine, die Palermo schon zur Zeit der arabischen Herrschaft umgaben. Heute hat sich die Stadt über fast die ganze Conca d'oro ausgedehnt.
Die Nachbargemeinden Palermos sind: Altofonte, Belmonte Mezzagno, Ficarazzi, Isola delle Femmine, Misilmeri, Monreale, Torretta und Villabate.
Geschichte
Die Phönizier gründeten die Stadt als Handelsstützpunkt etwa im 8. Jahrhundert v. Chr. Während des Ersten Punischen Krieges war Palermo ein wichtiges Bollwerk der Karthager, bis sie 254 v. Chr. von den Römern erobert wurde.
Der ursprüngliche Name der Stadt war vermutlich "Ziz" (= die Blume). Die Griechen nannten sie "Panormos" (= All-Hafen) wegen ihrer großen Hafenbucht (allerdings war Palermo nie eine griechische Stadt). Unter den Römern wurde dieser Name dann zu "Panormus".
Unter Augustus wurden ehemalige römische Legionäre in der Stadt angesiedelt. Sizilien war in der Antike eine überwiegend griechischsprachige Insel, besonders der Ostteil. Palermo lag etwa an der Grenze zum griechischsprachigen Teil. Nachdem die Wandalen im Jahre 429 ihr Reich in Nordafrika mit dem heutigen Tunesien als Zentrum gegründet hatten, fielen sie mehrfach in Sizilien ein und versuchten, es sich dauerhaft einzuverleiben.
Die Stadt fiel 535 wieder an Ostrom, unter dessen Herrschaft sie etwa zweihundert Jahre blühte. Später kam sie dann unter islamische Herrschaft. Unter dieser Herrschaft wurde Palermo 831 zur Hauptstadt der gesamten Insel und entwickelte sich zu einem blühenden Wirtschaftszentrum. Die Einwohnerzahl zu dieser Zeit wird auf etwa 300.000 geschätzt, nur Konstantinopel hatte in Europa damals mehr Einwohner. Bis heute ist Palermo ein Zentrum des Islam in Italien und Zeugnis einer arabisch-byzantinisch-normannischen Symbiose in der Kunst.
Palermo wurde 1072 von den Normannen erobert und wurde Anfang des 12. Jh. Hauptstadt der Grafschaft (und ab 1130 des Königreichs) Sizilien. Aus dieser Zeit sind noch viele Gebäude erhalten, die deutlich noch arabische Stileinflüsse zeigen, wie z.B. die Sommerresidenz Zisa im Stil eines arabischen Wüstenschlosses oder die Kirchen San Giovanni degli Eremiti und San Cataldo mit ihren rot getönten Kuppeln. Beim Normannenpalast und dem Dom sind die arabischen Stilelemente auch noch gut zu erkennen, aber der Gesamteindruck ist durch spätere An- und Umbauten verlorengegangen.
Unter den Normannen erlebte Palermo seine kulturelle Blütezeit, die auch unter den Staufern fortdauerte, die 1194 die Macht übernahmen. Friedrich II. baute die Stadt zur glanzvollen Residenz aus.
Nach der Hinrichtung des letzten Staufers Konradin gerät Sizilien unter die Herrschaft von Karl von Anjou, der die Hauptstadt seines Reichs jedoch nach Neapel verlegt. Die so genannte Sizilianische Vesper brachte das Ende der Herrschaft Anjous in Sizilien. Bei diesem Aufstand 1282, der von Palermo ausging, wurden tausende Franzosen Siziliens von der einheimischen Bevölkerung getötet. Allein in Palermo starben 2000 Menschen.
In der Folgezeit nahmen die Aragonier, Österreicher und Bourbonen die Stadt in Besitz. Die ehemalige Bedeutung ging verloren. 1860 zog Giuseppe Garibaldi in die Stadt ein und bereits ein Jahr später wurde sie, zusammen mit der gesamten Insel, Bestandteil des Königreiches Italien. Während des Zweiten Weltkrieges wurde Palermo schwer beschädigt.
Bis in die jüngste Zeit hinein war Palermo fest in der Hand der Mafia und galt als deren Zentrum. Mutige Staatsanwälte wie Giovanni Falcone oder Paolo Borsellino kämpften dagegen an und wurden von der Mafia umgebracht. Auch baulich war Palermo in einem ruinösem Zustand. Die Altstadt von Palermo hat ein unregelmäßiges Netz enger gewundener Gassen mit teilweise sehr alten Häusern. Mit dem "Antimafia"-Bürgermeister Leoluca Orlando blühte das öffentliche Leben der Stadt bald wieder auf. Die Bevölkerung eroberte sich den öffentlichen Raum und die Sicherheit auch nachtsüber wieder zurück. Dank Orlandos Bemühungen gelang es, das Opernhaus »Teatro Massimo« 1998 wieder zu eröffnen, nachdem seine Restauration seit 1974 nahezu ein Vierteljahrhundert verschleppt worden war.
In den letzten Jahrzehnten fand ein immer stärker gewordener Auszug der Bevölkerung aus der Altstadt statt, die teilweise in einem ruinösen Zustand ist. Durch eingeleitete Sanierungsmaßnahmen soll dieser Auszug gestoppt werden.
Sehenswürdigkeiten
Kirchen
Der Dom (ital. Cattedrale) mit dem Grab Friedrich II., der Krypta und dem Domschatz,
San Giovanni dei Lebbrosi ist die älteste Kirche Palermos im arabisch-normannischen Stil. Roger I. ließ sie 1071 noch vor der Eroberung der Stadt außerhalb der damaligen Mauern errichten. Die Kirche wurde an ein arabisches Kastell, das Castello Giovanni, angegliedert, von dem heute nur noch wenige Überreste erhalten sind. Im 12. Jh. wurde hier ein Spital für Leprakranke errichtet, das der Kirche ihren Beinamen gab. 1934 wurde die Kirche gründlich restauriert, bei dieser Gelegenheit wurde auch ein Glockenturm hinzugefügt.
San Giovanni degli Eremiti wurde von Roger II. kurz nach seiner Bestätigung als König von Sizilien 1130 als Teil des ersten römisch-katholischen Klosters auf Sizilien errichtet.
La Martorana (Santa Maria dell'Ammiraglio), errichtet ab1143 durch Georg von Antiochia, den Admiral Rogers II., hat im Lauf der Geschichte zahlreiche bauliche Veränderungen erfahren. Im 14. Jh. erhielt der Turm seinen oberen teil im Stil der katalanischen Gotik, im 17. Jh. wurde eine Barockfassade zur Piazza Bellini hin errichtet.
San Cataldo, errichtet 1154-1160 durch Maio von Bari, den Admiral Wilhelms I., ist eine der letzten Kirchen auf Sizilien im arabisch-normannischen Stil. Auf dem kubusförmigen Bau, dessen Fassaden mit Blendbögen geschmückt sind und nur in ihrem oberen Teil kleine Fenster haben, sitzen drei halbkugelförmige Kuppeln jeweils auf einem zylindrischen Tambour mit Fenstern. Das innere wir durch antike Säulen in drei Schiffe geteilt, die Innenwände zeigen den bloßen Stein.
Paläste
Der Normannenpalast (Palazzo Reale oder Palazzo dei Normanni) war früher Sitz der Könige und Vizekönige Siziliens und ist heute Sitz des Sizilianischen Parlaments. Besonders sehenswert in dem Normannenpalast sind die Cappella Palatina und das Zimmer des Roger, beide mit Mosaiken aus normannischer Zeit. An den Normannenpalast angebaut ist die Porta Nuova an der Stelle eines früheren Stadttors.
Zisa und Cuba sind Schlösser aus normannischer Zeit, die unter arabischen Baumeistern erstellt wurden.
Plätze
Quattro Canti ist ein kleiner Platz an der Kreuzung der Hauptstraßen der alten Stadt (heute: Corso Vittorio Emmanuele und Via Maqueda), die die Stadt in ihre vier Viertel teilten. Die Palazzi an den Ecken haben schräge geschwungenene Barockfassaden, so dass der Platz eine etwa achteckige Form erhält. An den Fassaden stehen Brunnen mit Allegorien der vier Jahreszeiten. In Nischen im 1. Stockwerk stehen Statuen spanischer Könige und im 2. Stockwerk Statuen der Schutzheiligen der Stadtviertel.
Die Piazza Pretoria wurde im 16. Jh. in der Nähe der Quattro Canti angelegt, um dort einen manieristischen Brunnen von Francesco Camilliani aufzustellen, die Fontana Pretoria. An der Piazza Pretoria liegt auch der Palazzo Senatorio, das Rathaus von Palermo.
Museen
Das Archäologische Regionalmuseum (Museo Archeologico Regionale "Antonio Salinas") zeigt eine Sammlung einzigartiger Exponate von der Vorgeschichte der Insel bis zur spätrömischen Zeit.
die Regionalgalerie (Galleria Regionale della Sicilia) im Palazzo Abatellis
das Diözesanmuseum (Museo Diocesano) im Erzbischöflichen Palais mit religiöser Kunst aus dem 12. Jh. bis zum 19. Jh., im Untergeschoss Ausgrabungen und Darstellungen der Stadtentwicklung
Theater
Das neoklassizistische Teatro Massimo wurde von 1864 bis 1897 unter G.B. Basile erbaut und ist eines der größten und schönsten Opernhäuser der Welt. Hier wurden auch Uraufführungen von Verdis Opern aufgeführt
Teatro Politeama
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Quelle: www.wikipedia.de
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