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Massa Marittima ist eine Stadt in der Toskana in Italien. Das mittelalterliche Städtchen in der Provinz Grosseto hat 9000 Einwohner und liegt in 380 m Höhe auf einem Hügel über der Ebene der Maremma.
Geschichte
Die Gegend um Massa Marittima - allerdings nicht nachweislich der Hügel selbst - war schon in etruskischer und römischer Zeit besiedelt. Bereits in der Antike wurden die Bodenschätze der sich nördlich erstreckenden Hügelkette Colline Metallifere (Kupfer, Silber, Eisenerz) genutzt.
Ihre Gründung und ihren Aufstieg verdankt die Stadt der Verlegung des Bischofssitzes von Populonia im 9. Jahrhundert. Griechische Piraten hatten Populonia zerstört, und der Bischof floh mit den Gebeinen des Heiligen Cerbonius auf diesen Hügel.
Der Name geht möglicherweise auf das antike Landgut Massa Veternensis zurück, dessen genaue Lage nicht mehr nachvollziehbar ist. Den Beinamen Marittima (= an der Küste gelegen) erhielt Massa erst im Mittelalter. Heute liegt die Stadt im Binnenland, doch früher erhob sich der Hügel über einer geschlossenen, mit dem Meer verbundenen Sumpflandschaft.
Gegen den Widerstand der Feudalherren vom Geschlecht der Aldobrandeschi und der Bischöfe von Roselle (Toskana) erklärte sich Massa 1225 zur autonomen Republik; es konnte sich über 100 Jahre halten, vom Bergbau leben und verabschiedete den ersten Bergbaukodex der Welt. 1335 durch Siena erobert, teilte die Stadt fortan das Schicksal dieser Republik: 1555 Eroberung durch Florenz, 1569 Eingliederung ins Großherzogtum Toskana, ab 1737 Habsburgisch und ab 1860 zum italienischen Nationalstaat gehörig.
Mit ca. 10.000 Einwohnern war Massa Marittima als selbstständiger Stadtstaat ein bedeutendes Wirtschaftszentrum. Die von den umliegenden Sümpfen her um sich greifende Malaria dezimierte aber die Bevölkerung bis zum 16. Jahrhundert auf etwa 500 Einwohner. Erst das von den Habsburgischen Großherzögen der Toskana im 18. und 19. Jahrhundert initiierte Rekultivierungs- und Entwässerungsprogramm der Maremma (la bonifica) brachte eine Wende. Die stillgelegten Bergwerke wurden um 1830 revitalisiert, und die Bevölkerungszahlen stiegen wieder. Im Jahr 2000 hat Massa Marittima wieder die ungefähre Einwohnerzahl der Zeiten um 1300 erreicht.
Bis in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts war der Bergbau die Haupteinnahmequelle der Stadt. Heute sind die unrentabel gewordenen Minen geschlossen, seit 1980 ein Stollen zum Museum umfunktioniert und der Tourismus vorrangiger Wirtschaftsfaktor.
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Quelle: www.wikipedia.de
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