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Livorno Urlaub Italien

Livorno ist die Hauptstadt der gleichnamigen italienischen Provinz Livorno (Abk. LI) in der Region Toskana. Die am Tyrrhenischen Meer gelegene Stadt hat 160.649 Einwohner (Stand am 31. Mai 2005) und besitzt einen der größten italienischen Häfen. Im englischen Sprachraum ist Livorno unter dem Namen Leghorn bekannt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Stadtbild
Stadtviertel Venezia NuovaLivorno hat im 2. Weltkrieg einen großen Teil seiner historischen Bausubstanz verloren, dennoch ist die unter den Medici errichtete Stadtanlage noch gut zu erkennen. Die Altstadt ist von dem Festungsgraben Fosso Reale umschlossen, und wird durch die mit Arkaden versehene Haupteinkaufsstraße Via Grande geteilt. Das Stadtviertel Venezia Nuova (1629 angelegt) besitzt noch viele alte Gebäude (darunter ehemalige Lagerhäuser) und ist von an Venedig erinnernden Kanälen durchzogen. Weiterhin sind Gebäude der Belle Epoque erhalten, vor allem Villen an der Uferpromenade Viale Italia in den südlichen Stadtteilen Ardenza und Antignano.

Kirchen und Synagogen

Dom von Livorno
Synagoge Duomo San Francesco di Assisi – Der Dom von Livorno liegt im Zentrum der Altstadt an der Piazza Grande. Er wurde 1594-1606 von Bernardo Buontalenti und Alessandro Pieroni errichtet und im 18. Jh. erweitert. Nach Zerstörungen im 2. Weltkrieg wurde der Dom nach Originalplänen wieder aufgebaut.
Chiesa di San Giovanni Battista – 1624 von Gianfranceso Cantagallina auf einem Vorgängerbau aus dem 13 Jh. erbaut.
Chiesa di Santa Caterina – Dominikanerkirche im Stadtviertel Venezia Nuova auf achteckigem Grundriss (1720). Deckengemälde Incoronazione della Vergine (Marienkrönung) von Giorgio Vasari.
Chiesa di San Ferdinando, auch Chiesa della Crocetta genannt. Schöne Kirche aus dem 18. Jahrhundert, Marmordekorationen von Giovanni Baratta
Chiesa della Madonna del Soccorso – im 19. Jh. errichtete Votivkirche
Chiesa di San Jacopo in Acquaviva – Die Kirche wurde 1666 auf den Resten einer romanischen Augustinerkirche erbaut.
Santuario di Montenero – Die Klosteranlage aus dem 18. Jh. liegt auf einem Hügel oberhalb der Stadt. Sie ist seit dem 14. Jh. Pilgerstätte und beherbergt ein bekanntes Madonnenbild (Schutzheilige der Toskana). Die Kirche beherbergt eine interessante Sammlung von Votivbildern. Vom Vorplatz aus hat man einen schönen Blick auf die Stadt.
Synagoge – Bau aus den 1950er Jahren, als Ersatz für die im 2. Weltkrieg zerstörte alte Synagoge (1603).

Festungsanlagen

Fortezza Vecchia
Fortezza Vecchia - Festung in der Nähe des alten Medici-Hafens (1521-1534) – Im Zentrum der Festung liegt der Mastio di Matilde, ein um das Jahr 1077 unter Mathilde von Canossa auf Resten eines Baus aus römischer Zeit errichteter zylindrischer Wachturm. Im 14. Jh. wurde um den Turm eine quadratische Bastion gebaut, die Quadratura dei Pisani. Um 1534 wurde der heute noch vorhandene fünfeckige Ziegelbau vollendet (Architekt: Antonio da Sangallo der Jüngere), der die vorherigen Bauwerke in sich einschließt. Die Festung wurde im 1943 durch Bombenangriffe stark beschädigt, und dient heute, nach umfangreichen Restaurierungsmaßnahmen, kulturellen Veranstaltungen und Konzerten.

Fortezza Nuova (Festung, 1590) – Die Festungsanlage wurde zwischen 1590 und 1600 errichtet. Im Inneren befindet sich heute eine Parkanlage. Sonstige Bauwerke und Sehenswürdigkeiten Denkmal Quattro Mori

Terrazza MascagniMonumento ai quattro Mori – Das "Denkmal der 4 Mohren" ist das Wahrzeichen der Stadt. Es besteht aus einer steinernen Staue des Großherzogs Ferdinand I. (1595, von Giovanni Bandini) und vier Bronzefiguren, die gefangene Piraten in Ketten darstellen (1623 – 1626, von Pietro Tacca).

Torre del Marzocco - Turm auf achteckigem Grundriss in Hafennähe, der 1439 von den Florentinern als Zeichen ihrer neuen Macht erbaut wurde.

Teatro Goldoni – Städtisches Theater (1843 -1847).

Cisternone - Im neoklassizistischen Stil errichteter Wasserspeicher (1828, wichtigstes Bauwerk des Architekten Pasquale Poccianti)

Terrazza Mascagni – Meeresterasse an der Uferstraße Viale Italia (1928 als Terrazza Ciano angelegt).

Mercato Centrale – große Markthalle im Stadtzentrum, 1894 errichtet. Museen

Museo Civico G. Fattori – Das Museum in der Villa Mimbelli (1865) beherbergt eine bedeutende Kunstsammlung mit Werken der Macchiaioli.

Museo Ebraico Yeshivà Marini – Jüdisches Museum, Kultgegenstände aus der im 2. Weltkrieg zerstörten alten Synagoge.

Museo Mascagnano - Museum mit Zeugnissen aus dem Leben des Komponisten Pietro Mascagni.

Museo Provinciale di Storia Naturale del Mediterraneo - Naturkundemuseum

Acquario Comunale Diacinto Cestoni – Meeresaquarium, zur Zeit (2006) wegen Umbaus geschlossen.

Geschichte

Die Anfänge
Eine erste militärische Ansiedlung in der Nähe des heutigen Hafens stammt aus römischer Zeit. Die alten Namen des Ortes (Liburna, Liorna, Livorna) leiten sich wahrscheinlich von dem römischen Kriegsschifftyp Liburne ab. Livorno wurde 1017 erstmals erwähnt, und gehörte die nächsten Jahrhunderte zur Seerepublik Pisa. In dieser Zeit war der Ort ein kleines Fischerdorf und Vorposten zur Verteidigung des Pisaner Hafens (Porto Pisano). Durch dessen allmähliche Versandung wurde Livorno dann immer bedeutender. Der Ort wurde mehrfach bei kriegerischen Ereignissen zerstört, so 1284 von den Genuesern nach dem Sieg über die Pisaner in der Seeschlacht bei Meloria, einer kleinen Insel vor der Stadt. Als der französische König 1405 Pisa an die Florentiner verkaufte, behielt er zunächst Livorno, verkaufte es dann aber 1407 für 26000 Dukaten an die Genueser, die es wiederum 1421 an Florenz weiterverkauften.

Livorno und die Medici
Die Florentiner, für die Livorno einen wichtigen Zugangspunkt zum Meer darstellte, begannen mit dem Ausbau des Hafens. Zwischen 1518 und 1534 entstanden, nach Auftrag des Kardinals und späteren Papstes Giulio de Medici und Plänen von Antonio da Sangallo das Hafenbecken Darsena Vecchia und die Festung Fortezza Vecchia.
Livorno selbst blieb jedoch unbedeutend, der Ort hatte 1551 gerade einmal 749 Einwohner. Die Küstenregion am nördlichen Ende der Maremma war relativ unwirtlich, denn es gab noch Sumpfgelände und es herrschete die Malaria. Vorzugsweise Strafgefangene wurden nach Livorno verfrachtet.
Historische Karte von Livorno (17. Jahrhundert)Unter den Großherzögen Cosimo I. und Francesco I. wurde der Ort ab 1571 als "ideale Stadt" angelegt. Beauftragt mit der Planung waren bekannte Architekten der Zeit wie Bernardo Buontalenti und Alessandro Pieroni. Das Resultat war eine Stadt mit rechtwinklig orientierten Straßen, umgeben von einer sechseckigen Wallanlage und Wassergräben. Die Sümpfe im Umland wurden trocken gelegt und zwischen Livorno und Pisa ein schiffbarer Kanal gebaut. Zur Verteidigung der Küste vor Piratenüberfällen der Korsaren wurde der Stephansorden gegründet, und dessen Flotte in Livorno stationiert.

Die Leggi Livornine
Zwischen 1590 und 1603 wurden die "Leggi Livornine" erlassen, auch "Costituzione Livornina” genannt. Diese Gesetze sahen Immunität, Privilegien und Freiheiten für Händler jeglicher Herkunft vor, vor allem aber garantierten sie Glaubensfreiheit. Durch dieses Toleranzedikt wurde Livorno mit der Zeit durch Ansiedlung verschiedenster Bevölkerungsgruppen zu einer kosmopolitischen und multireligiösen Stadt. Jede Gruppe legte eigene Kultstätten an und organisierte sich in Interessenvertretungen, den so genannten „nazioni“, von denen es insgesamt neun gab: Juden, Griechen, Engländer, Holländer und Deutsche, Franzosen, Syrische Maroniten, Armenier, Moslems und Waldenser. Die aus Spanien und Portugal stammenden sephardischen Juden mussten in Livorno nicht, wie an anderen Orten in Europa, in einem Ghetto leben.

Vom 17. Jh. bis zur Gegenwart
Livorno wurde 1675 zu einem Freihafen erklärt. Dadurch erlebte die Stadt eine ca. 200 Jahre andauernde wirtschaftliche Blüte. So wurde Livorno unter anderem bedeutendster Handelposten der Engländer am Mittelmeer. Neben dem Handel, vor allem mit den Ländern der Levante und des Maghreb, blühte das Handwerk. Livorno war zum Beispiel ein Zentrum des Goldschmiedehandwerks und der Bearbeitung von Korallen. Die Stadt wuchs auch außerhalb der ursprünglichen Festungsanlagen, vor allem in südlicher Richtung. Begünstigt durch das tolerante Klima der Stadt wurde Livorno auch ein Zentrum des Verlagswesens; so wurde hier das Werk Dei delitti e delle pene von Cesare Beccaria anonym verlegt (1764), und 1770 der erste Band der italienischen Ausgabe der Encyclopédie gedruckt.

Ab 1830, nach der Besetzung Algiers durch die Franzosen, bricht der Nordafrikahandel ein. Nach dem Anschluss an Italien verliert die Stadt 1865 den Freihafen, was eine weitere drastische Reduzierung des Handels verursacht. Die wirtschaftliche Grundlage der Stadt wird mit der Zeit die Industrie und der Fremdenverkehr: die Stadt wurde, nach englischem Vorbild, zum ersten Seebad Italiens.

1921 wurde die Kommunistische Partei Italiens in Livorno gegründet. Im II. Weltkrieg bombardierte die US-Luftwaffe die Stadt massiv. Die schweren Schäden durch diese Luftangriffe wurden nie wieder ganz behoben. Der Stadtkern wurde in den 1950er Jahren modern wiedererrichtet.

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Quelle: www.wikipedia.de

 
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